Spektakuläre Wald-Kugelbahn im XXL-Format und mit Eseln wandern

Der Einladung den Ferienbeginn mit einem Naturparkprogramm zu starten, sind am 11. Juli gleich 21 Familien gefolgt. „Gibt es den Familienerlebnistag auch nächstes Jahr wieder?“, war die wichtigste Frage am Ende des ereignisreichen Tages.

Unter dem Motto „Lasst uns gemeinsam in die Ferien starten“, lud der Naturpark Mühlviertel zu einem spannenden Tag mit Natur-Schnupper-Touren und einem bunten Programm für die ganze Familie ein. Vormittags traf man sich am Naturparkspielplatz in St. Thomas am Blasenstein. Eine Entdeckungsreise durch den Wald, mit dem Bau einer überdimensionalen Waldkugelbahn, sowie eine Tour mit Eseln entlang des Schmetterlingserlebnisweges standen auf dem Programm. Die drei Esel Max, Benni und Aron durften gestreichelt und geputzt werden, und begleiteten die Familien auf ihrer Wanderung im Naturpark. So nebenbei gab’s Infos zu den Besonderheiten des Naturparks: Leittiere, Wald, Ökosysteme, Lebensräume, Bewirtschaftung und Artenschutz.

Im Thominger Vereinsstadl konnten die Kinder zum Abschluss Kartoffelmännchen und Waldmobiles aus Naturmaterialien basteln, stempeln, puzzeln, sowie am Glücksrad drehen und ein Naturpark-Geschenk mit nach Hause nehmen. Der Naturpark-Spielplatz bot den jungen Naturpark-Freunden zwischendurch ausreichend Möglichkeit zum Austoben und Entdecken. Am Ende dieses wunderbaren Tages machten sich glückliche Kinder und zufriedene Eltern auf den Heimweg.

Um die Eingangs gestellte Frage zu beantworten: Wir planen bereits den Familienerlebnistag fürs nächste Jahr! Alle Infos dazu findet ihr im Naturpark-Programm für 2027, welches Anfang des Jahres erscheinen wird.

Die Veranstaltung wurde umgesetzt mit Unterstützung von Land OÖ und Europäischer Union.

Präsentation des Forschungsberichts und Begehung im Gelände am 29. Mai 2026

In den vergangenen zwei Jahren widmeten sich die Spezialist:innen der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ), der Erforschung einer der interessantesten Tierarten unserer heimischen Fauna – den Fledermäusen. Sie stellen mit ~ 1500 Arten eine große Säugetier-Ordnung dar! Im Naturpark Mühlviertel wurden die Erhebungen durch Netzfänge und akustische Aufnahmen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen eines Workshops den Interessierten vorgestellt! Nach 2022 wurde die Erhebung vertieft. So konnten mind. 17 Arten nachwiesen werden. Darunter befinden sich die „Mausohren“ – die zum Beispiel unterm Kirchendach der Pfarrkirche Rechberg eine große Wochenstube haben. Die Wasserfledermaus konnte akustisch und beim Netzfang nachgewiesen werden. Die Breitflügelfledermaus wurde bei drei Netzfängen bestimmt und die Zwergfledermaus konnte häufig akustisch als auch bei Netzfängen nachgewiesen werden.

Fledermäuse brauchen einen artenreichen, kleinstrukturierten Lebensraum, den sie noch im Naturpark Mühlviertel vorfinden. Zum Speiseplan gehören Insekten – Nachtfalter, Schnacken, Käfer…, die sie im Flug fangen. Den Sommer über verbringen sie in Sommerquartieren, in denen sie auch ihre Jungen aufziehen. Meist sind dazu die Fledermaus-Weibchen in Kolonien beisammen, sogenannten Wochenstuben. Sommerquartiere sind zum Beispiel Dachböden und Baumhöhlen. Den Winter verbringen sie in frostsicheren Unterschlüpfen und halten dort einen Winterschlaf ab.

Fledermäuse sind stark gefährdet! Ursachen dafür sind Veränderungen in der Landschaft, Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust an Quartieren. Durch einen gezielten Fledermausschutz und bewusst umgesetzten Maßnahmen wird versucht, die besonderen Tiere der Nacht in ihren Lebensräumen zu unterstützen!

Jede:r kann somit selbst konkret aktiv werden:

Verzicht auf Insektizide in Haus, Garten, Land- und Forstwirtschaft

Erhalt von Fledermausquartieren

Anbringen von Ersatzquartieren (Fledermausbretter)

Hilfe bei Guano-Reinigungsaktionen

Infos und Tipps gibt es jederzeit im Naturpark-Büro oder direkt beim KFFÖ!

Der gesamte Endbericht der Fledermauserhebung 2024-2025 steht hier zum Download bereit: Endbericht „Fledermäuse im Naturpark Mühlviertel 2024-2025“

Schwarzer Apollo-Falter gesichtet!

Am Schmetterlingserlebnisweg in St. Thomas am Blasenstein wurde am Muttertagswochenende ein besonderer Schmetterling entdeckt. Unsere Naturvermittlerinnen beobachteten den seltenen Schwarzen Apollo und freuten sich, dass er sich für ein Foto auf einem Scharfen Hahnenfuß niederließ.

Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) ist an seinen typischen, glasartigen Flügelspitzen zu erkennen und von anderen Arten deshalb gut zu unterscheiden. Die Raupe ernährt sich von Hohlen Lerchensporn-Arten, die am Schmetterlingserlebnisweg an mehreren, kühl-schattigen Stellen zu finden sind. Der Schmetterling braucht allerdings blütenreiche, offene Wiesen. Da die Falter sehr standorttreu sind und keine größeren Strecken fliegen, müssen in ihrem Lebensraum diese beiden sehr gegensätzlichen Standorttypen unmittelbar nebeneinander vorkommen. Die kleinstrukturierte Landschaft des hügeligen Naturparks Mühlviertel sorgt für diese reich strukturierten, kleinflächig rasch wechselnden Landschaften.

Der Schwarze Apollo Falter ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) 2 § gelistet.

Schwalbenschwanz-Puppen ausgesetzt

Vor wenigen Tagen wurden Puppen des Schwalbenschwanzes am Beginn des Schmetterlingswegs ausgesetzt. Die Puppen wurden von Elisabeth Schmidt, einer Hobby-Schmetterlingszüchterin, im Mühlviertel im Herbst letzten Jahres entdeckt, behutsam auf den trockenen Fenchel-Stängel eingesammelt und in einem geschützten Raum über den Winter gelagert. Nun stehen sie kurz vor ihrer wundervollen Verwandlung zum Schmetterling. Deshalb wurden sie an einem passenden Standort ausgesiedelt. Da St. Thomas am Blasenstein mit seinen markanten felsigen Hügeln ein beliebtes Revier der Schwalbenschwänze ist, wurden sie in einem Garten am Schmetterlingserlebnisweg an gestützten Stellen angebracht. Derzeit herrscht gespanntes Warten auf das sich die Puppen öffnen und ein junger Schwalbenschwanz seine Flügel auseinander faltet und ausbreitet. Ein wahres Wunder der Natur! Im ohnehin reicht strukturierten Garten wurden noch Futterpflanzen für die nächste Generation an Raupen gepflanzt. Die Doldenblütler Dill und Fenchel fanden zwischen den Gemüsepflanzen Platz und stehen den Raupen im Sommer als Futterpflanzen zur Verfügung. So wird aktiv zur Arterhaltung der Schwalbenschwänze im Naturpark Mühlviertel beigetragen und ein sichtbares Zeichen des Artenschutzes in der öffentlichen Wahrnehmung gesetzt. Vielen Dank an alle Mitwirkenden!

LT1 hielt die Eindrücke des Köhlerfests am Großdöllnerhof in Rechberg fest und machte ein Kurzvideo daraus. Sehen Sie selbst und erfahren Sie die Bedeutung des Köhlerns einst und heute!

Köhlern, Forschen, Musik und gute Stimmung beim Köhlerfest

Beim Köhlerfest im Naturpark Mühlviertel wurde der Saisonstart des Großdöllnerhofes feierlich begangen. Bei traumhaftem Wetter konnten die Besucher aktiv werden, sich verwöhnen lassen und die Kunst des Köhlerns bestaunen.

Gute Stimmung herrschte bei der diesjährigen Saisoneröffnung am Großdöllnerhof mit Köhlerfest. Der Naturpark Mühlviertel und die Gemeinde Rechberg, mit Unterstützung des Vereins Zukunft Rechberg, richteten das Fest gemeinsam aus und freuten sich über den großen Andrang. Für das leibliche Wohl sorgte der Seniorenbund unter anderem mit einem eigens kreierten Köhlerteller, Bauernkrapfen und vielem mehr.

Vor dem Fest bauten Köhlermeister Karl Weichselbaumer und seine freiwilligen Helfer den Meiler auf der Köhlerwiese auf. Am Festtag konnten die Besucher vieles übers Köhlern erfahren und dabei zusehen, wie der Kohlemeiler geschlossen wurde. Im Beisein der Ehrengäste aus Politik, dem Verbund der OÖ Museen, den beteiligten Vereinen und dem Gemeindeleben, wurde der Meiler unter großem Beifall der Besucher schließlich feierlich entzündet.

Bei traumhaftem Frühlingswetter konnten vor allem die Kinder lernen, wie man in vergangenen Zeiten Feuer machte, Zeichenkohle und Kohlefarbe herstellte sowie ihre eigenen Kunstwerke schaffen. Auch Insektenhotels zum mit nach Hause nehmen, wurden gebastelt. Nikola Jakadofskys Keramik-Ausstellung erfreute sich ebenso großem Interesse. Forscher-Felixx zauberte den kleinen und großen Forschern ein Lächeln ins Gesicht.

Nun heißt es für die Köhler in Tag- und Nachtschichten wache halten, die Luftzufuhr regulieren und die Verkohlung steuern. Eine Woche nach dem Fest, wird schließlich die abgekühlte Kohle ausgezogen.

Besuch erhalten haben die geduldigen Wächter bereits von Schulklassen der Naturpark-Volksschulen. Luki „Mandl aus Sandl“ erzählte ihnen zudem schaurige und unglaubliche Geschichten aus alten Zeiten.

Das immaterielle Kulturerbe der Köhlerei hat besonders in Rechberg eine lange Tradition und wurde bis etwa 1950 aktiv betrieben. Wurde der wertvolle Rohstoff in alten Zeiten bis in die Wiener Brauereien geliefert, versucht man heute alles dafür zu tun, das Wissen und Können dieser Handwerkskunst lebendig zu halten. Unser Dank gilt all jenen, die dazu ihren aktiven Beitrag leisten.