Aktuelle Besonderheiten am Schmetterlingsweg in St. Thomas am Blasenstein

Schwarzer Apollo-Falter gesichtet!

Am Schmetterlingserlebnisweg in St. Thomas am Blasenstein wurde am Muttertagswochenende ein besonderer Schmetterling entdeckt. Unsere Naturvermittlerinnen beobachteten den seltenen Schwarzen Apollo und freuten sich, dass er sich für ein Foto auf einem Scharfen Hahnenfuß niederließ.

Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) ist an seinen typischen, glasartigen Flügelspitzen zu erkennen und von anderen Arten deshalb gut zu unterscheiden. Die Raupe ernährt sich von Hohlen Lerchensporn-Arten, die am Schmetterlingserlebnisweg an mehreren, kühl-schattigen Stellen zu finden sind. Der Schmetterling braucht allerdings blütenreiche, offene Wiesen. Da die Falter sehr standorttreu sind und keine größeren Strecken fliegen, müssen in ihrem Lebensraum diese beiden sehr gegensätzlichen Standorttypen unmittelbar nebeneinander vorkommen. Die kleinstrukturierte Landschaft des hügeligen Naturparks Mühlviertel sorgt für diese reich strukturierten, kleinflächig rasch wechselnden Landschaften.

Der Schwarze Apollo Falter ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) 2 § gelistet.

Schwalbenschwanz-Puppen ausgesetzt

Vor wenigen Tagen wurden Puppen des Schwalbenschwanzes am Beginn des Schmetterlingswegs ausgesetzt. Die Puppen wurden von Elisabeth Schmidt, einer Hobby-Schmetterlingszüchterin, im Mühlviertel im Herbst letzten Jahres entdeckt, behutsam auf den trockenen Fenchel-Stängel eingesammelt und in einem geschützten Raum über den Winter gelagert. Nun stehen sie kurz vor ihrer wundervollen Verwandlung zum Schmetterling. Deshalb wurden sie an einem passenden Standort ausgesiedelt. Da St. Thomas am Blasenstein mit seinen markanten felsigen Hügeln ein beliebtes Revier der Schwalbenschwänze ist, wurden sie in einem Garten am Schmetterlingserlebnisweg an gestützten Stellen angebracht. Derzeit herrscht gespanntes Warten auf das sich die Puppen öffnen und ein junger Schwalbenschwanz seine Flügel auseinander faltet und ausbreitet. Ein wahres Wunder der Natur! Im ohnehin reicht strukturierten Garten wurden noch Futterpflanzen für die nächste Generation an Raupen gepflanzt. Die Doldenblütler Dill und Fenchel fanden zwischen den Gemüsepflanzen Platz und stehen den Raupen im Sommer als Futterpflanzen zur Verfügung. So wird aktiv zur Arterhaltung der Schwalbenschwänze im Naturpark Mühlviertel beigetragen und ein sichtbares Zeichen des Artenschutzes in der öffentlichen Wahrnehmung gesetzt. Vielen Dank an alle Mitwirkenden!