Fr, 11. September 2026, 18.30 – ca. 21.00 Uhr, Dorfplatz Rechberg

Im Rahmen der „Langen Nacht der Naturparke“ lädt der Naturpark Mühlviertel zu einer besonderen Abendveranstaltung ein. Ausgehend vom Dorfplatz in Rechberg begeben wir uns auf eine sagenhafte Wanderung ins Reich der Steinriesen mit Märchenerzähler Helmut Wittmann. Er wird von Momo Heiß (Erzählerin, Naturinstrumente) und Franz Bernegger (Bockpfeife, Gesang) begleitet.

Die Wanderung mit dem Titel „Von Schwammling & Fuchsenmauer“ führt uns zu tollen Felsformationen hinein in den dunkler werdenden Wald. Mit Laternen (keine Stirn- oder Taschenlampen) leuchten wir uns den Weg aus und lauschen den Geschichten von Helmut Wittmann: Vom Sohn des Riesen ist da die Rede und vom Geschenk der Saligen Wildfrauen, vom Spitzbartl und dem Weidenmandl. Es sind altüberlieferte Volksmärchen und Sagen, die Helmut Wittmann und Momo Heiß im lebendigen Dialog erzählen. Inhaltlich sind sie von erfrischender Aktualität. Franz Bernegger spielt vor und zwischen den Erzählungen auf der Bockpfeife. Dazu wird der eine oder andere einfache überlieferte Jodler zweistimmig angestimmt und gemeinsam mit den Zuhörerinnen und Zuhörern gesungen.

Bei Regen findet das Ganze im Saal vom Dorfwirt statt.

Karten sind nur im Vorverkauf ab sofort erhältlich:

Kosten: € 25,- Erw., € 15,- / Kind (7-15 J.) / Familien: € 50,- (mit OÖ Familienkarte, mit Kindern bis 15 Jahren)

Mitzubringen: wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Laterne (KEINE Stirn- oder Taschenlampe)

Informationen und VVK-Karten:
Naturparkbüro, Tel. 07264/4655-16, info@naturpark-muehlviertel.at / Mo – Do (8:00 – 13:00 Uhr)
VVK-Karten auch beim Dorfwirt, Fam. Raab, erhältlich / Mi – So

Präsentation des Forschungsberichts und Begehung im Gelände am 29. Mai 2026

In den vergangenen zwei Jahren widmeten sich die Spezialist:innen der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ), der Erforschung einer der interessantesten Tierarten unserer heimischen Fauna – den Fledermäusen. Sie stellen mit ~ 1500 Arten eine große Säugetier-Ordnung dar! Im Naturpark Mühlviertel wurden die Erhebungen durch Netzfänge und akustische Aufnahmen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen eines Workshops den Interessierten vorgestellt! Nach 2022 wurde die Erhebung vertieft. So konnten mind. 17 Arten nachwiesen werden. Darunter befinden sich die „Mausohren“ – die zum Beispiel unterm Kirchendach der Pfarrkirche Rechberg eine große Wochenstube haben. Die Wasserfledermaus konnte akustisch und beim Netzfang nachgewiesen werden. Die Breitflügelfledermaus wurde bei drei Netzfängen bestimmt und die Zwergfledermaus konnte häufig akustisch als auch bei Netzfängen nachgewiesen werden.

Fledermäuse brauchen einen artenreichen, kleinstrukturierten Lebensraum, den sie noch im Naturpark Mühlviertel vorfinden. Zum Speiseplan gehören Insekten – Nachtfalter, Schnacken, Käfer…, die sie im Flug fangen. Den Sommer über verbringen sie in Sommerquartieren, in denen sie auch ihre Jungen aufziehen. Meist sind dazu die Fledermaus-Weibchen in Kolonien beisammen, sogenannten Wochenstuben. Sommerquartiere sind zum Beispiel Dachböden und Baumhöhlen. Den Winter verbringen sie in frostsicheren Unterschlüpfen und halten dort einen Winterschlaf ab.

Fledermäuse sind stark gefährdet! Ursachen dafür sind Veränderungen in der Landschaft, Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust an Quartieren. Durch einen gezielten Fledermausschutz und bewusst umgesetzten Maßnahmen wird versucht, die besonderen Tiere der Nacht in ihren Lebensräumen zu unterstützen!

Jede:r kann somit selbst konkret aktiv werden:

Verzicht auf Insektizide in Haus, Garten, Land- und Forstwirtschaft

Erhalt von Fledermausquartieren

Anbringen von Ersatzquartieren (Fledermausbretter)

Hilfe bei Guano-Reinigungsaktionen

Infos und Tipps gibt es jederzeit im Naturpark-Büro oder direkt beim KFFÖ!

Der gesamte Endbericht der Fledermauserhebung 2024-2025 steht hier zum Download bereit: Endbericht „Fledermäuse im Naturpark Mühlviertel 2024-2025“

Schwarzer Apollo-Falter gesichtet!

Am Schmetterlingserlebnisweg in St. Thomas am Blasenstein wurde am Muttertagswochenende ein besonderer Schmetterling entdeckt. Unsere Naturvermittlerinnen beobachteten den seltenen Schwarzen Apollo und freuten sich, dass er sich für ein Foto auf einem Scharfen Hahnenfuß niederließ.

Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) ist an seinen typischen, glasartigen Flügelspitzen zu erkennen und von anderen Arten deshalb gut zu unterscheiden. Die Raupe ernährt sich von Hohlen Lerchensporn-Arten, die am Schmetterlingserlebnisweg an mehreren, kühl-schattigen Stellen zu finden sind. Der Schmetterling braucht allerdings blütenreiche, offene Wiesen. Da die Falter sehr standorttreu sind und keine größeren Strecken fliegen, müssen in ihrem Lebensraum diese beiden sehr gegensätzlichen Standorttypen unmittelbar nebeneinander vorkommen. Die kleinstrukturierte Landschaft des hügeligen Naturparks Mühlviertel sorgt für diese reich strukturierten, kleinflächig rasch wechselnden Landschaften.

Der Schwarze Apollo Falter ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) 2 § gelistet.

Schwalbenschwanz-Puppen ausgesetzt

Vor wenigen Tagen wurden Puppen des Schwalbenschwanzes am Beginn des Schmetterlingswegs ausgesetzt. Die Puppen wurden von Elisabeth Schmidt, einer Hobby-Schmetterlingszüchterin, im Mühlviertel im Herbst letzten Jahres entdeckt, behutsam auf den trockenen Fenchel-Stängel eingesammelt und in einem geschützten Raum über den Winter gelagert. Nun stehen sie kurz vor ihrer wundervollen Verwandlung zum Schmetterling. Deshalb wurden sie an einem passenden Standort ausgesiedelt. Da St. Thomas am Blasenstein mit seinen markanten felsigen Hügeln ein beliebtes Revier der Schwalbenschwänze ist, wurden sie in einem Garten am Schmetterlingserlebnisweg an gestützten Stellen angebracht. Derzeit herrscht gespanntes Warten auf das sich die Puppen öffnen und ein junger Schwalbenschwanz seine Flügel auseinander faltet und ausbreitet. Ein wahres Wunder der Natur! Im ohnehin reicht strukturierten Garten wurden noch Futterpflanzen für die nächste Generation an Raupen gepflanzt. Die Doldenblütler Dill und Fenchel fanden zwischen den Gemüsepflanzen Platz und stehen den Raupen im Sommer als Futterpflanzen zur Verfügung. So wird aktiv zur Arterhaltung der Schwalbenschwänze im Naturpark Mühlviertel beigetragen und ein sichtbares Zeichen des Artenschutzes in der öffentlichen Wahrnehmung gesetzt. Vielen Dank an alle Mitwirkenden!

LT1 hielt die Eindrücke des Köhlerfests am Großdöllnerhof in Rechberg fest und machte ein Kurzvideo daraus. Sehen Sie selbst und erfahren Sie die Bedeutung des Köhlerns einst und heute!

Diplomlehrgang für Kräuter- und Heilpflanzenzubereitungen im Naturpark Mühlviertel durch das EIAP

Lehrgangsstart: 30. April 2026

Kostenloser Infoabend: 25. Februar 2026, 19:00-20:00 Uhr
Anmeldung zum Infoabend: https://www.eiap.eu/ausbildungsformate/

Das erwartet dich:

5-6 Module & 60 Handwerke zur Zubereitung von pflanzlichen Arzneimitteln
Verkostungen & Experimente
inkl. aller Materialien, Buch und Skriptum
Diplom zum Pflanzenheilkunde Praktiker:in
Fachkundige Trainer:innen

Kosten: € 1.950,-

Kontakt & Anmeldung:
Mag. Christine Schober
Lehrgangsleitung: Karin Buchart

+43 680 117 50 19
office@christineschober.at
www.eiap.eu

Information zum EU-Förderprogramm – Entwicklung Ländlicher Räume

Vielfalt erhalten – Bewusstsein schaffen: Management und strategische Entwicklung des Naturpark Mühlviertel 2026

…so lautet der Titel des Projektes, welches Teil der Maßnahme 78-03-OOE „Betrieb und strategische Entwicklung oberösterreichischer Naturparke“ des EU-Förderprogrammes „Entwicklung Ländlicher Räume“ ist. Im Rahmen des Projekts mit der Projektnummer LE-78-03-OOE-2025-53573 werden folgende Ziele in der Projektlaufzeit im Jahr 2026 umgesetzt:

  • Nachhaltige, strategische Weiterentwicklung sowie erfolgreiches Schutzgebietsmanagement zum Erhalt der kleinteiligen Landschaftsstrukturen als wertvoller Lebensraum für eine Vielfalt an Arten
  • Wissensvermittlung zu Biodiversität und Lebensräumen im Naturpark Mühlviertel sowie deren Bedeutung für uns Menschen
  • Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Zusammenarbeit mit regionalen Partnerorganisationen und -betrieben
  • Unterstützung des Erhalts der in der Region heimischen Artenvielfalt, Erhalt und Schutz von Biotopstrukturen sowie Schutz der Kulturlandschaft
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und breitenwirksame Kommunikation, über die Bedeutung des Landschaftsschutzgebietes Naturpark Mühlviertel sowie die umgesetzten Schutzprojekte, durch digitale und analoge Öffentlichkeitsarbeit

Dieses Projekt wird aus Mitteln vom Land OÖ und der Europäischen Union unterstützt.