Baumvielfalt-Rätsel
Bergahorn
Acer pseudoplatanus
Der Bergahorn gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Der Laubbaum ist ein bestandsbildender Waldbaum in Laubmischwäldern und kommt in den Alpen bis 1650 m Seehöhe vor.
Er ist ein sommergrüner Baum, der bis zu 30 m Höhe erreichen kann.
Die Blätter sind 5-lappig und zwischen 3 und 15 cm lang gestielt, an der Basis keulig verdickt. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend goldgelb, im Bergland auch leuchtend rötlich.
Die Blüten erscheinen in gelbgrünen, traubenartigen, hängenden Rispen. Der Baum trägt ab September Flügelfrüchte.
Der Bergahorn ist außerordentlich frosthart, sehr windresistent, ziemlich salzverträglich, sehr empfindlich gegenüber Luftverschmutzung, hitzeempfindlich, spätfrostgefährdet und schattenverträglich.
Wissenswertes:
Die Samen und speziell die Keimblätter des Bergahorns enthalten giftige Aminosäuren (Hypoglycin), die auch schwere Vergiftungen beim Menschen auslösen kann.
Der Baum kann bis zu 500 Jahre alt werden.
Das helle, feste Holz wird für Musikinstrumente (Geige, Gitarre) verwendet.
Die Blüten des Berg-Ahorns werden durch Bienen und Fliegen bestäubt, die Früchte verbreitet der Wind.
Stieleiche
Quercus robur
Die Stieleiche gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Sie ist ein Laubbaum mit eiförmigen, am Blattrand gebuchteten Blättern. Blätter ledrig, leicht glänzend und unterseits heller. Diese färben sich im Herbst kräftig gelb bis braun.
Die Stieleiche kann durchschnittlich bis zu 30m hoch werden. Sie ist ein anspruchsloser, robuster, frostharter Baum. Er verträgt Staunässe und Überschwemmungen von über einem Monat Dauer, hält aber auch sommerliche Trockenzeiten auf Extremstandorten ohne Schaden aus.
Namensgebend für die Eiche sind ihre Nussfrüchte in flachem Fruchtbecher auf 4-6 cm langen Stielen.
Wissenswertes: Eichen können sehr alt werden (500-800 Jahre).
Die Eicheln galten früher als hervorragende Nahrung mit reichlich Stärke, Eiweiß und Fett. Sie mussten aber vorher entbittert (Eichengerbstoff) werden. Getreide wurde früher mit Eichenmehl gestreckt. Auch heute noch werden Schweine mit Eicheln gefüttert, weil sie dem Fleisch eine besondere Festigkeit und Würze geben. Sie sind aber giftig für Rinder und Schweine.
Kein anderes einheimisches Holz hat die Widerstandskraft der Eiche oder auch nur ähnlich gute Haltbarkeitseigenschaften unter Wasser. Schiffe, Brückenpfähle und Whiskyfässer wurden daraus gezimmert.
Eichenholz wird auch als Furnierholz und im Möbelbau verwendet. Es verzieht sich kaum und wird daher auch gerne im Outdoor-Bereich verwendet.
Die Rinde, das Laub und die Eicheln sind sehr gerbstoffhaltig. Dadurch finden sie in der Ledergerberei Verwendung.
Unsere heimischen Eichen bieten hunderten von Insektenarten und deren Larven Futter und Lebensraum. Den Bienen liefern die Eichen im Mai Pollen, im Juni Blatthonig. Die Früchte sind eine wichtige Nahrung für viele Vogel- und Säugetierarten.
Birke
Betula pendula
Die Birke gehört zur Familie der Birkengewächse. Sie ist bei uns heimisch und kommt in Mitteleuropa bis Norddeutschlang in Tieflagen bis zur Höhe von 1900 m in den Alpen vor. Es ist ein sommergrüner Baum, der zwischen 10 und 25 Meter hoch werden kann. Die Blätter sind lang zugespitzt mit einem ca. 3 cm langem Stiel. Die Birke erkennt man gut an ihrer typischen weiß-schwarzen Rinde. Die Blüte wird vom Wind bestäubt und der Samen ebenfalls durch den Wind verbreitet.
Wissenswertes: In der weißen Farbe des Birkenstamms ist der Inhaltsstoff „Betulin“.Dieser macht die Rinde für Wasser undurchlässig und trägt zu einer langsamen Zersetzung bei. Der Inhaltsstoff „Birkenteer“ ist ebenso besonders: Er lässt die Birkenrinde zu einer guten Fackel werden. Der zuckerhaltige Birkensaft, der während weniger Wochen im Frühling durch den Stamm in die Baumkrone fließt und sich durch Anzapfen des Stammes gewinnen lässt, ist nutzbar: Dieser dient als Hausmittel gegen Gicht und Rheuma. Die Birke treibt zeitig im Frühjahr bereits ihre Blätter aus. Birkenholz wird gerne als Sperrholz weiterverarbeitet und gilt als begehrtes Funierholz. Die Birke ist ein anspruchloser Holzlieferant. Bei uns wurde sie ursprünglich auch zum Binden eines Reisigbesens verwendet.
Gemeine Hasel
Corylus avellana
Die Hasel gehört zur Familie der Birkengewächse und ist bei uns heimisch. Sie ist ein Flachwurzler und ein sommergrüner Strauch, der 2 bis 8 m hoch werden kann. Bekannt ist die Hasel einerseits für ihre Blüte im zeitigen Frühjahr. Bereits im Februar entlassen die männlichen Kätzchen beim geringsten Windhauch gelbe Wölkchen aus Blütenstaub. Die Hasel bildet Nussfrüchte, die wesentlich kleiner als die im Handel erhältlichen Haselnüsse sind. Aber auch von der Wildform sind die Haselnüsse essbar. Typisch für die Hasel ist, dass sie auf Stock gesetzt werden kann und immer wieder lange Trieb bildet.
Wissenswertes: Früher nutzte man die langen Triebe für Flechtzäune, Vogelschlingen, Ausklopfstäbe und Korbbügel, stärkere Äste für Spazierstöcke und Armbrustbögen. Das wenig dauerhafte Holz diente zu Drechsler- und Tischlerarbeiten und wurde als Klärspäne in der Bier- und Essigfabrikation sowie zur Herstellung von schwarzem Schießpulver und weicher Zeichenkohle verwendet. Im alten Volksglauben gilt ein Zweig der Haselnuß als Zauber und Unheil abwehrendes Mittel.
Hainbuche
Carpinus betulus
Die Hainbuche gehört zur Familie der Birkengewächse. Sie ist bei uns heimisch und kommt in den Alpen bis zu einer Seehöhe von 1000 m vor. Ihre Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite heller. Die Rinde ist glatt. Die Hainbuche trägt ab September Nussfrüchte mit Tragblättern, die als Flugorgan dienen.
Wissenswertes: Das Holz der Hainbuche wird für Holzdielen, Wohnzimmermöbel und für den Instrumentenbau verwendet. Es dient auch als Brennholz und ergibt sehr gute Holzkohle. Das Holz ist allerdings wurmanfällig und ist daher als Baumaterial ungeeignet. Typisch ist auch, dass das Holz schwer, zäh und hart ist (Eisenholz).
Die Hainbuche ist ein bekanntes und beliebtes Heckengehölz. Sie besitzt eine enorme Regenerationsfähigkeit und neigt zu Stockausschlag. Früher wurden Viehweiden mit Hainbuchen als natürlicher Zaun (Hag) dicht bepflanzt abgegrenzt. Davon kommt auch der Name „Hagebuche“.
Trotz des Namens gehört die Hainbuche nicht zu den Buchen sondern zu den Birkengewächsen.
Rotbuche
Fagus sylvatica
Die Rotbuche wird auch als Gemeine Buche bezeichnet. Ihr Name kommt vom leicht rötlich gefärbten Holz. Sie gehört zur Familie der Buchengewächse. Die Rotbuche ist in Mitteleuropa heimisch und wächst in den Alpen bis zu einer Seehöhe von 1600 m. Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden. Ihre jungen Blätter sind grün, seidig behaart und oberseits später kahl und glänzend. Die Rinde ist bleigrau und ziemlich glatt. Ihre Früchte sind die bekannten Bucheckern. Diese Nussfrüchte wurden früher zur Schweinemast verwendet und zur Gewinnung eines guten Speiseöls.
Wissenswertes: Die Rotbuche hat einen überaus guten Brennwert und diente vor der Holzkohle als Brennholz in Eisen- und Glashütten. Die aus der Buche gewonnene Holzkohle diente wegen ihrer absorbierenden und desinfizierenden Eigenschaften für medizinische Zwecke. Buchenholz ist besonders robust und wird daher oft zu Kinder- und Jugendmöbel verarbeitet und als Bodenbelag verwendet. Alltagsgegenstände wie Besenstiele, Zollstöcke, Jausenbretter und Stempel werden aus Buchenholz hergestellt.
Der Name Buche leitet sich vom heutigen Begriff „Buch“ ab, weil die alten Germanen bereits geheime Schriftzeichen (Runen) in das Buchenholz ritzten.



















